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Irene Schönmann
°F Inside

Neue Impulse aus dem KRAFTRAUM MITTELSTAND – Episode 4

Smart Metering: Wie digitale Energiewirtschaft den Mittelstand neu definiert

KRAFTRAUM MITTELSTAND Folge 4 zeigt: Die Grenzen zwischen Start-up und Mittelstand verschwimmen. Jochen Schwill, Serial-Entrepreneur und Gründer von NEXT und SpotMyEnergy, zeigt uns, wie sich die Energiewirtschaft digitalisiert und warum klassische Mittelstandsdefinitionen heute zu kurz greifen.

Als Wirtschaftsingenieur und erfahrener Unternehmer bringt er eine einzigartige Perspektive mit: Er steht mit beiden Beinen in der digitalen Energiewirtschaft und gleichzeitig mitten im unternehmerischen Alltag zwischen Start-up-Dynamik und Mittelstands-Stabilität. Jochen ist Experte für Smart Metering und macht eines klar: Die Digitalisierung der Energiewirtschaft ist kein Luxusthema für Tech-Idealisten, sondern knallharte Zukunftssicherung.

Themen der vierten Folge:

⚡️ Smart Metering als Grundbaustein der Energiewende
Der Smart Meter ist mehr als ein digitaler Stromzähler. Er misst nicht nur Verbrauch, sondern zeigt minutengenau, wann wie viel Energie verbraucht wird – die Grundlage für variable Strompreise und intelligente Netze.

⚡️ Die Macht der Zahlen: 55 Atomkraftwerke in deutschen Garagen
10 Millionen Elektroautos mit je 11 kW Ladeleistung ergeben bei 50% Verfügbarkeit 55 Gigawatt – das entspricht 55 Atomkraftwerken. Ungesteuert ein Problem, gesteuert die Lösung der Energiewende.

⚡️ Geschwindigkeit als neuer Wettbewerbsvorteil
Start-ups denken in Iterationsschleifen, testen schnell am Markt und passen kontinuierlich an. Der klassische Mittelstand feilt oft zu lange an der Perfektion, bevor er in den Markt geht.

⚡️ Growth Strategy statt Sales & Marketing
Heute heißt es nicht mehr Sales und Marketing, sondern Growth Strategy. Das Wachstum wird ganzheitlich gedacht, nicht in Silos. Viele Mittelständler warten noch darauf, dass Kunden anrufen.

⚡️ Vom Speedboat zum stabilen Schiff
Ein Speedboat braucht irgendwann die Stabilität eines größeren Schiffs. Die Kunst liegt darin, Start-up-Agilität mit Mittelstands-Stabilität zu verbinden.

⚡️ Digitalisierung als Werkzeug, nicht Selbstzweck
Digitale Tools einsetzen, wo sie echten Mehrwert schaffen – nicht weil es gerade trendy ist. Smart Metering digitalisiert das Zähl- und Messwesen, um die Energiewende zu ermöglichen.

⚡️ Skalierung von Anfang an mitdenken
Start-ups bauen Systeme, die skalieren können, statt nur für den aktuellen Bedarf zu optimieren. Diese Denkweise können Mittelständler übernehmen.

„Wenn man da natürlich erst mal so drauf schaut, denkt man sich, was ist das für ein langweiliges Produkt? Ich kann es nicht sehen, ich kann es nicht anfassen. (...)Wenn man mal hinter die Steckdose guckt und sich das ein bisschen genauer anschaut, wie komplex das Thema ist, die ganze Thematik der Energiewende – Das macht richtig Spaß.“

Jochen Schwill

Smart Meter: Der Schlüssel zur Energiewende


Was macht eigentlich ein Smart Meter? Die Antwort ist simpler als gedacht: Er misst Strom – aber intelligent. Anders als klassische Zähler erfasst er nicht nur den Jahresverbrauch, sondern zeigt minutengenau, wann wie viel Energie verbraucht wird.

Das ist entscheidend für die Energiewende. Denn Photovoltaik liefert vor allem mittags Strom, Windkraft dann, wenn der Wind bläst. Diese zeitvariable Verfügbarkeit muss sich in variablen Strompreisen widerspiegeln.

Viele Unternehmer reagieren zunächst skeptisch auf das Thema Energiewende. Smart Meter klingt kompliziert – nach einem weiteren Thema auf der ohnehin schon langen To-do-Liste. Doch Jochen macht klar: Die Energiewirtschaft steht vor der größten Transformation seit Jahrzehnten.

Dabei hat gerade der neue Mittelstand – Start-ups und Scale-ups – beste Voraussetzungen, um bei der Digitalisierung der Energiewirtschaft voranzugehen. Kurze Entscheidungswege, persönliche Verantwortung und die Bereitschaft, schnell zu iterieren, schaffen ideale Bedingungen. Viele junge Unternehmen denken von Anfang an in Skalierungsdimensionen – und genau das ist die Haltung, die es braucht.

Entscheidend ist der Blick auf Geschwindigkeit als Wettbewerbsvorteil. Wer sich mit der Digitalisierung der Energiewirtschaft beschäftigt, stellt automatisch strategische Fragen: Wie schnell kann ich am Markt testen? Wie baue ich Systeme, die skalieren? Welche Iterationsschleifen brauche ich? Jochen nennt das den Unterschied zwischen Speedboat und Tanker: „Ich glaube, wir haben jetzt viel über Geschwindigkeit gesprochen. Ich bin mir auch sicher, dass Geschwindigkeit wahrscheinlich der große Vorteil ist."

Natürlich erfordert dieser Weg Mut. Mut, nicht nur im bewährten Geschäftsmodell zu verharren, sondern in neue Technologien zu investieren. Mut, sich zu vernetzen und Growth Strategy ganzheitlich zu denken. Mut, auch mal Dinge anzufangen, die sich nicht sofort rechnen. Doch genau das ist Unternehmertum. Und genau das macht den neuen Mittelstand stark.

„Digitalisierung ist am Ende des Tages ja kein Selbstzweck, sondern ist ja ein Werkzeug dafür, dass ich irgendwie etwas besser hinbekomme als vorher.“

Jochen Schwill

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